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Humorvolle Abenteuerreise durch Zeit und Raum

Zwischen dem Anfang: „Ja. Da war dieser Satz, dieser hässliche Satz: Dafür bist du zu klein“ und dem letzten Satz „Paula lag dort, die Hand auf der Brust, und ihr Herzschlag fühlte sich so anders an, so frisch und so neu, und ganz leise segelte ein Strahlen über ihre Lippen, denn ihr Herz, es summte und trommelte die schönste Melodie, die es gab: Baddabam, Baddabam, Baddabamba.“ erlebt Paula schier unglaubliche Abenteuer auf der Insel Chronossos.

Als der Rest ihrer Familie schläft, will sie auch einmal ausprobieren, wie sich Kite-Surfen anfühlt. Dabei wird sie abgetrieben und landet völlig erschöpft auf einer äußerst seltsamen Insel. Neben Spazierstockhaien und Schwarzspinnen wohnen dort die gefährlichen Hubbanesen, aber auch Carissima, die verrückteste, liebste, intelligenteste und und und Oma der Welt, sowie Baddabamba, ein Gorilla, und Anna-Bella, die coolste Sau. Paula erfährt, welches Geheimnis Chronossos birgt und welche Gefahren sie bestehen muss, wenn sie wieder nach Hause zurückkehren will.

Dieses liebevoll erzählte Abenteuer für Menschen ab 8 Jahren explodiert nur so vor faszinierenden Gestalten und Ereignissen. Die witzigen Figuren prägen sich ein und die Welt von Chronossos ist geheimnisvoll, gefährlich und ziemlich schlau zugleich.

Markus Orths stellt die Welt, wie wir sie kennen auf den Kopf – und wieder auf die Beine – und entführt uns in eine fantasievolle Welt.

14,95 €, ISBN 978-3-7641-5208-6, Ueberreuter Verlag, 337 S.

Krimödie mit Herz – Lotte Minck: Planetenpolka

Ich kann mal wieder was empfehlen:

Lotte Minck, Planetenpolka, bei Droste erschienen.

Der Kommissar Arno Tillikowski ist nach einer Verletzung heute den ersten Tag wieder im Dienst, um ihn nicht gleich zu überfordern, soll er erst einmal Innendienst machen. Er langweilt sich zu Tode und ist zuerst hocherfreut, als Stella Albrecht bei ihm auftaucht. Doch dann kippt alles. Stella erzählt ihm, dass sie wegen eines Horoskops fest davon überzeugt ist, dass die schwerreiche Cäcilie von Breidenbach ermordet wurde und keineswegs, wie vom Arzt bestätigt, eines natürlichen Todes gestorben ist.

Er schickt sie weg und ist fest davon überzeugt, es mit einer Irren zu tun zu haben.

Doch Stella ist nicht verrückt. Sie versteht sich als Lebensberaterin und zieht die Aussagen der Sterne als Grundlage für ihre Empfehlungen zurate. Gleichzeitig begegnen einem im Roman aber auch andere Sterndeuter, die es mehr auf Macht und Geld abgesehen haben und nicht darauf, den Menschen zu helfen.

Stella lässt sich nicht beirren und beginnt, gemeinsam mit ihrem Freund, dem Journalisten Ben, der ebenfalls eine saftige Story wittert, zu ermitteln. Etwas schwierig für die Situation, als sich herausstellt, dass Ben und Arno befreundet sind.

Wir erleben Stella als gestandene Frau, die zwischen Mutter und Großmutter steht, sich aber in ihrem Leben eingerichtet hat und eigentlich zufrieden ist.

Genau wie Arno fehlt ihr allerdings ein Lebenspartner.

Der Kriminalfall entwickelt sich mit einigen Überraschungen und Verwirrungen, doch das steht gar nicht so sehr im Vordergrund. Das Lesevergnügen entwickelt sich in erster Linie aus dem schnoddrigen Erzählstil, der Situationskomik, dem (angemessenen und auch von Lesern aus anderen Bundesländern zu verstehenden) Dialekt und der Tatsache, dass sich weder Autorin noch Ermittlerin zu ernst nehmen.

Lotte Minck hat mit Loretta Luchs bereits eine Ermittlerin geschaffen, mit der die Leserinnen und Leser humorvoll durch einen Kriminalfall wandern können, doch mit Stella erschafft sie nun eine Ermittlerin, die einerseits überlegter vorgeht, andererseits durch ihren Beruf, eben die Astrologie, für interessante Einsichten steht.

Der Kriminalroman kündigt sich selbst als Krimödie an, was den Nagel auf den Kopf trifft. Viel Atmosphäre, ein akzeptabel spannender Kriminalfall und fantastische Figuren.