{"id":210,"date":"2015-03-09T19:16:59","date_gmt":"2015-03-09T19:16:59","guid":{"rendered":"http:\/\/sabine-hartmann-sibbesse.de\/?p=210"},"modified":"2016-05-16T15:10:07","modified_gmt":"2016-05-16T15:10:07","slug":"die-lavadrachen-kommen-teil-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sabine-hartmann-sibbesse.de\/?p=210","title":{"rendered":"Die Lavadrachen kommen &#8211; Teil II"},"content":{"rendered":"<h2>Der Drache im Fernen Osten<\/h2>\n<p>In Asien besa\u00dfen die Drachen von jeher eine positive Bedeutung. Sie gelten als g\u00f6ttliche Wesen, die den Menschen besch\u00fctzen und beschenken.<\/p>\n<p>So ist Lung der chinesische Drache, der die Chinesen vor einer Sintflut bewahrte und dem Kaiser das kreisf\u00f6rmige Diagramm des Yin und Yang enth\u00fcllte.<\/p>\n<p>Der Drache war viele Jahrhunderte lang das Emblem des Kaisers, der auf dem Drachenthron sitzt. Der chinesische Drache hat H\u00f6rner, Klauen und Schuppen und zahlreiche Stacheln. Meist wird er mit einer Perle dargestellt, in der seine Macht und seine Weisheit liegen, die er verliert, wenn ihm die Perle genommen wird.<\/p>\n<p>Der japanische Drache ist dem chinesischen sehr \u00e4hnlich, allerdings ist seine Gestalt deutlich schlangeartiger und er besitzt nur drei Krallen an jedem Fu\u00df.<\/p>\n<p>Auf einigen chinesischen und japanischen M\u00fcnzen sind Drachen eingepr\u00e4gt. Auch die Flagge von Bhutan ziert ein Drache.<\/p>\n<p>Die S\u00e4ulen und Dachgiebel zahlreicher Tempel in Taiwan, Thailand und Vietnam sind mit verschiedenartigen Drachendarstellungen verziert. H\u00e4ufig bewachen zwei Drachen die Eing\u00e4nge zu Tempeln oder Anlagen.<\/p>\n<h2>Der Drache im Abendland<\/h2>\n<p>Im westlichen Mythos wurde das Bild des Drachen bereits in der Antike gepr\u00e4gt. Drachendarstellungen finden sich z.B. auf Steinreliefs in Italien und Griechenland. Im Christentum galt der Drache als Verk\u00f6rperung von Satan und musste besiegt werden.<\/p>\n<p>Mittelalterliche Sagen wie \u201eDer Drachent\u00f6ter St. Georg\u201c, der Tatzelwurm und der Drache aus der Nibelungensage transportieren ein Drachenbild, in dem der Drache ein Monster aus grauer Vorzeit ist.<\/p>\n<p>In unserem Kulturkreis wurde der Drache daher vorzugsweise als b\u00f6ses Ungeheuer betrachtet, das Jungfrauen verschlang und Sch\u00e4tze hortete. Es galt als Heldentat, einen Drachen zu t\u00f6ten.<\/p>\n<p>Die bekanntesten abendl\u00e4ndischen Drachen sind Niddh\u00f6ggr, der an der immergr\u00fcnen Weltesche Yggdrasil nagt, welche die Reiche der G\u00f6tter, der Riesen, der Menschen und der Zwerge mit einander verband und das All umschloss, und die Midgardschlange J\u00f6rmungand aus der nordischen Mythologie.<\/p>\n<p>Fafnir, der urspr\u00fcnglich auch aus dem Sagenkreis um Odin, Thor und Loki stammt, ist wohl der ber\u00fchmteste \u201edeutsche\u201c Drache. Er bewachte den Nibelungenhort und wurde von Siegfried von Xanten erstochen.<\/p>\n<p>In der Jugendszene \u201eGothic\u201c oder auch New Romantics genannt spielen Drachen, als Vertreter einer romantisch verkl\u00e4rten Fantasy-Welt eine gro\u00dfe Rolle. So gibt es neben B\u00fcchern, Filmen und Spielen inzwischen auch M\u00f6bel, Schmuckst\u00fccke und Dekoartikel, die sich den Drachen widmen.<\/p>\n<h2>Ber\u00fchmte Drachenorte<\/h2>\n<p>Der Lindwurm von Ecklak (Schleswig-Holstein) hauste unter der Kirche und raubte und fra\u00df das Vieh in der Umgebung. Er wurde von einem Stierkalb, das man drei Jahre lang mit frisch gemolkener Milch und Semmelbrot aufzog, mit den H\u00f6rnern besiegt. Das Stierkalb erlitt bei diesem Kampf t\u00f6dliche Wunden.<\/p>\n<p>Der Stuttgarter Drache hauste \u2013 laut einer Sage \u2013 im Keller eines Bierbrauers. Dieser Lindwurm wurde von einem Brauknecht get\u00f6tet, der ihm einen Spiegel vorhielt.<\/p>\n<p>Im neunten Jahrhundert entstand die Sage \u00fcber einen roten Drachen, der den Sumpf von Geldern-Pont im Niederrheingebiet tyrannisiert haben soll. Dies geschah zu einer Zeit, in der die Normannen jene Gegend heimsuchten. Das nachts unter einem Baum lagernde Untier wurde von Wichard und Lupold, den S\u00f6hnen des Herrn von Pont, erschlagen. Der Drache schrie angeblich kurz vor seinem Tod noch \u201eGeldre\u201c. Diesen Namen erhielt die Burg, die die Drachent\u00f6ter an jener Stelle errichteten.<\/p>\n<p>In uralten Zeiten soll laut einer Sage auch in einer H\u00f6hle des Drachenfels am Rhein ein Drache gehaust haben, den die heidnischen Bewohner der Gegend verehrten. Als man dem Monster eine zum Christentum bekehrte Jungfrau opfern wollte und sie an einen Baum band, hielt diese dem nahenden Drachen ein Kreuz mit dem Bild des Erl\u00f6sers entgegen. Daraufhin kehrte das Untier um, st\u00fcrzte zischend in den nahen Abgrund und wurde nie mehr gesehen. Leute, die dieses Wunder ergriffen beobachteten, banden die Jungfrau los und baten sie, ihnen einen Priester zu schicken, der sie unterweisen und taufen solle.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der f\u00fcr den Further Raum verh\u00e4ngnisvollen Hussitenkriege war das b\u00f6hmische Taus Schauplatz einer Schlacht. Zu jener Zeit fl\u00fcchteten viele Menschen ins benachbarte Furth, wo die Burgherrin sie bei sich aufnahm. Zu allem \u00dcberdruss kam ein Drache aus denW\u00e4ldern und forderte ein Menschenopfer. Die Burgherrin war bereit, zu sterben, doch im allerletzten Augenblick kehrte der tot geglaubte Udo aus der Schlacht zur\u00fcck, wurde zum Ritter geschlagen und t\u00f6tete den Drachen mit einem Lanzenwurf.<\/p>\n<p>1335 wurde auf dem Zollfeld bei Klagenfurt der Sch\u00e4del eines Lindwurms entdeckt, den man zun\u00e4chst an einer Kette h\u00e4ngend im Rathaus von Klagenfurt aufbewahrte. Dieser Tiersch\u00e4del diente Ulrich Vogelsang als Vorbild f\u00fcr das steinerne Lindwurmdenkmal, das er 1590 begann.<\/p>\n<p>In der Sch\u00f6nlaterngasse in Wien steht das Haus \u201eZum Basilisken\u201c. Das Untier ist in einer Nische an der Hausfassade zu sehen.<\/p>\n<p>Im 13. Jahrhundert, so berichtet die Sage, konnte Hans, ein Geselle des hartherzigen B\u00e4ckers Garhibl, einen Basilisken, der sich im Brunnen der B\u00e4ckerei eingenistet hatte, mit Hilfe eines Spiegels t\u00f6ten und bekam daf\u00fcr Appolonia, die Tochter des B\u00e4ckers, zur Frau.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Drache im Fernen Osten In Asien besa\u00dfen die Drachen von jeher eine positive Bedeutung. Sie gelten als g\u00f6ttliche Wesen, die den Menschen besch\u00fctzen und beschenken. So ist Lung der chinesische Drache, der die Chinesen vor einer Sintflut bewahrte und dem Kaiser das kreisf\u00f6rmige Diagramm des Yin und Yang enth\u00fcllte. 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